Ernährung & Körper

Good-bye Food Issues – raus aus alten Mustern!

Muster und Situationen wiederholen sich, solange ihr Ursprung unsichtbar bleibt. Auch bei unserem Essverhalten. In diesem Artikel zeige ich (m)einen Weg raus aus Food Issues hin zu einem natürlichen, intuitiven Umgang mit Ernährung, Lebensmitteln und unserem Körper.

Fachliche Einführung und mein persönlicher Weg

Mein Ansatz ist nicht frei erfunden, sondern basiert auf den ayurvedischen Prinzipien sowie auf dem Human Design Primary Health System. Beides erkläre ich nur soweit, damit du den nötigen Kontext bekommst. Beginnen wir mit Ayurveda.

Ayurveda ist ein jahrtausendealtes Gesundheitssystem, das seinen Ursprung in den vedischen Schriften Indiens hat. Auch die chinesische Medizin hat Teile ihrer Wurzeln darin. Ayurveda basiert auf den Naturgesetzen und betrachtet jeden Körper individuell mit seinen spezifischen Eigenschaften.

Hinzu kommt Wissenschaft durch Erfahrung, die millionenfach zeigt, dass Ayurveda wirkt, weil es wirkt. Und so entwickelt sich ein System, mit dem ein Körper optimal funktionieren kann und im Gleichgewicht bleibt.

Ich gehe diesen Weg seit vielen Jahren, und er hat mich vollständig ausgeheilt und meine einst größte Bürde in meine größte Stärke verwandelt. Größte Stärke deshalb, weil ich über diesen Weg zu der Ernährungsform gekommen bin, die mir am besten dient – langfristig, ganzheitlich und losgelöst von Trends und wissenschaftlichen Studien, die oft nur eine kurze Haltbarkeit haben. Hinzu kommt, dass sie für sich allein betrachtet zwar zutreffen mögen, im ganzheitlichen Kontext jedoch auf Dauer nicht bestehen können, wel sie den Körper aus dem Gleichgewicht bringen können. Auch deshalb, weil sie Lebenssituation, Alter, Geschlecht, Stoffwechselsituation, Saison und Region unberücksichtigt lassen.

Mein persönlicher Beweis dafür ist mein eigenes Körpergefühl sowie meine Selbstheilungskräfte, meine Immunität und das Wohlbefinden, das ich in mir spüre. Und zwar so, wie ich es noch nie zuvor erleben durfte.

Das zweite große Geschenk ist, dass ich wirkliche Freiheit erlangt habe – nämlich nicht mehr von Essen dominiert zu werden. Und dadurch erst fähig wurde, meinem Körper das zu geben, was er wirklich braucht. Denn seinen Gelüsten ungehemmt und unbewusst nachzugehen ist ebenso unfrei wie von Kontrolle, Zwängen und „Süchten“ geplagt zu sein.

Was ist verzerrtes Essverhalten?

Unabhängig davon, in welcher Weise dein Essverhalten verzerrt ist, gibt es ein paar grundlegende Dinge zu verstehen.

Verzerrtes Essverhalten ist, wenn du so isst, dass es nicht zu dir passt und dein Körper ins Ungleichgewicht gerät und als Folge falsche Signale sendet – in Form von unadäquaten Verlangen nach Essen und bestimmten Nahrungsmitteln. Oder Verweigerung, durch mentales Ungleichgewicht.

Dabei kann verzerrtes Essverhalten viele Gesichter haben. Es kann sich zeigen als emotionales Essen – also Essen aus Stress, Einsamkeit oder Überforderung –, als restriktives Essen, bei dem du dir vieles verbietest, oder als Essanfälle, bei denen du kurzfristig die Kontrolle verlierst. Auch der Zwang zum „sauberen“ Essen („Clean Eating“) kann dazugehören, wenn er mehr Druck als Freude erzeugt. Diese verschiedenen Ausdrucksformen haben denselben Ursprung: ein inneres Ungleichgewicht, das sich über das Essen ausdrückt.

Selbstakzeptanz durch neu gewonnenes Bewusstsein

Ayurveda hat mir gezeigt, wie wichtig Selbstakzeptanz ist. Ich habe aufgehört, gegen meinen Körper anzukämpfen. Ich habe aufgehört, meinen Körper in eine Form zu bringen, die nicht seiner angelegten Konstitution entspricht. Ayurveda lehrt genau das. Jeder Mensch hat einen eigenen Typ. Jeder Typ hat eine eigene Form, eigene Bedürfnisse und eine eigene Art zu essen.

Ausgrdrückt in einem Bild, welches zwar sehr pauschalisiert ist, jedoch dem Verständnis dient:

Ein runder, weicher und teils auch üppiger Kapha-Körper wird nie ein zierlicher, filigraner Vata-Körper. Und er wird auch nicht in einen athletischen, durchtrainierten Pitta-Körper „mutieren“. Wenn du das erzwingen willst, gerätst du ins Ungleichgewicht. Dann lebst du täglich gegen dich selbst. Egal, ob durch harte Diäten, übertriebenen Sport, Essensvermeidung oder strikte Pläne.

Dazu gehört auch die Akzeptanz des eigenen „Hungertyps“.

Ein Pitta-Typ vergisst keine Mahlzeit. Dieser Körpertyp braucht regelmäßiges Essen, sonst entsteht Stress, Gereiztheit oder extremes Überessen. Genau deshalb haben viele Pitta-Typen Probleme mit Ernährung. Sie haben nie gelernt, ihren Hunger zu verstehen und passend zu bedienen. Sie wissen nicht, wie sie Ruhe in ihr System bringen oder was sie tun können, damit es gar nicht erst zu Essdruck oder Überessen kommt.

Die richtige Mahlzeit, zur richtigen Tageszeit, passend zum Körpertyp, ist ein entscheidender Faktor. All die Ernährungspläne ignorieren das. Sie sind homogen, unpersönlich und richten sich nicht nach den echten Bedürfnissen. Dadurch entsteht kein Ausgleich. Der Körper kommt nicht zur Ruhe. Es fehlen die Geschmacksrichtungen, die ihn satt und zufrieden machen. Oder Menschen versuchen, Mahlzeiten auszulassen, so wenig wie möglich zu essen und damit die Probleme zu verstärken. Das Verdauungssystem wird gereizt und geschwächt. Es verliert die Balance. Und damit wird auch das Essverhalten noch instabiler.

Ich habe gelernt, mich selbst anzunehmen, meine Verdauung zu verstehen und mich so zu ernähren, dass ich meine Schwachstellen ausgleiche und harmonisiere. Gleichgewicht ist die Basis für mein Wohlbefinden. Dadurch haben sich nicht nur körperliche Beschwerden gelöst. Auch die mentalen Belastungen rund ums Essen sind auf natürliche Weise verschwunden.

Was es dafür braucht, ist Mut. Und den Willen, dich selbst so zu akzeptieren, wie du auf die Welt gekommen bist. Deinen Körper zu feiern. Das, was dir von „Gott“ und deinen Eltern genetisch mitgegeben wurde, in seine beste und schönste Form zu bringen. Sobald du fremden Idealen hinterherrennst, wird nichts davon gelingen.

Verdauungsfeuer und Psyche – wie alles zusammenhängt

Es ist so gewinnbringend, sich an die ayurvedischen Prinzipien zu halten, weil sie das Verdauungsfeuer in Balance bringen – was eine Grundvoraussetzung für eine gute, intakte Verdauung, Verstoffwechselung und Ausscheidung ist.

Nicht nur eine unpassende Ernährung schwächen deine Verdauung bringen sie aus dem Takt. Auch psychisches Ungleichgewicht wirkt sich direkt auf das sogenannte Agni, das Verdauungsfeuer, aus. Wenn Stress, Sorgen oder Emotionen nicht verarbeitet werden, entstehen im Ayurveda sogenannte Ama – Stoffwechselrückstände, also „unverdaute“ Erfahrungen. Diese Ama schwächen dein Agni, trüben das Körpergefühl und führen zu Gelüsten, Heißhunger oder Appetitlosigkeit. So wird deutlich, wie eng Psyche und Verdauung verbunden sind.

Food Issues zeigen sich nicht nur im Körper. Sie wirken immer auch mental. Trauma, Fixierung, Angst rund ums Essen, gedankliches Kreisen und Überfokus bringen den Geist in Unruhe. Der Kopf arbeitet gegen den Körper. Je stärker diese Muster werden, desto mehr verliert dein System den Bezug zu echten Bedürfnissen.

Du reagierst auf Stress, nicht auf Hunger. Genau deshalb ist das Gleichgewicht von Agni so entscheidend. Sobald das Verdauungsfeuer stabil ist, beruhigt sich auch der Geist. Gelüste lassen nach. Der Druck sinkt. Du bekommst wieder Zugang zu deinem natürlichen Hunger und zu deinem klaren Gefühl für Sättigung. Das ist der Auftrieb heraus aus den Problemen. Nicht durch Kontrolle, sondern durch Balance – innen und außen.

Essen wird zum Problem, wenn es diese Vorgänge stört und als Folge nicht richtig verdaut, verstoffwechselt und ausgeschieden werden kann. Mit hinzu kommen regelmäßige Mahlzeiten mit Fastenzeiten, die niemals extrem ausfallen sollten.

Vom frühen Abendessen bis zum Frühstück am nächsten Tag ist bereits eine Fastenzeit, die der Körper nutzt. Regelmäßige Mahlzeiten halten das Verdauungsfeuer in Balance, und Mahlzeiten zu skippen kann je nach Körpertyp dazu führen, Essattacken oder Überessen auszulösen. Ebenso wie eine zu strikte Verweigerung von Nahrungsmitteln, die nicht auf einen Diätplan gehören, wie z. B. mal das Stück Kuchen.

Es gilt die 30/70- oder, wenn du streng bist, die 80/20-Regel. Hältst du dich zu 70 bzw. 80 Prozent an eine Ernährung, die zu deinem Körpertyp passt und an grundlegende Ernährungsprnzipien, ist das absolut ausreichend, um im Gleichgewicht zu bleiben.

Es mag so simpel klingen, aber das ist der erste und elementare Bestandteil, um verzerrtes Essverhalten aufzulösen.

Du wirst merken, wie sich das ganze System zu beruhigen beginnt und wieder in Balance kommt. Dieses Gleichgewicht und Wohlgefühl habe ich auf Dauer in keiner anderen Ernährungsform gefunden – wobei Ayurveda ja keine Ernährungsform in diesem Sinne ist, sondern sich regional, saisonal und doshagerecht (das ist das körpertypische) anpasst.

Auch meine Klientinnen, die in diesem Lebensbereich von mir begleitet wurden, teilen diese Erfahrung. Meistens kamen sie zu mir, weil trotz Ernährungsberatungen Erfolge ausblieben oder die Verdauung irgendwann nicht mehr mitgemacht hat.

Emotionale Ursachen von verzerrtem Essverhalten verstehen

Wir können vieles, auch Mentalität und Charaktermerkmale mit Ayurveda über unserem spezifischen Körpertyp erfassen und über Ernährung und Lebensweise gezielt beeinflussen. Doch das reicht nicht immer aus. Denn ein großer Teil des verzerrten Essverhaltens entsteht nicht im Körper, sondern noch weiter im Inneren bzw. in unserem Energiekörper. Hier wird das Human Design System zu einem wichtigen Werkzeug.

Stell dir Human Design wie eine Art Mindmap vor, durch welches wir Zugang zu energetischen Abläufen im Körper erhalten. Es zeigt, wie du energetisch gestrickt bist, und damit unter anderem auch, wo dein Triggerpotenzial liegt und warum bestimmte Situationen bei dir stärkere Reaktionen auslösen als bei anderen.

So kann es auch genutzt werden, um herauszufinden, wo die Ursachen von emotionalem Essen liegen. Es ist wie eine Brille, mit der du dein energetisches System anschauen kannst und die Felder isolieren kannst, in denen du besonders anfällig bist – sei es Essen zum Druckabbau, um Emotionen zu beruhigen oder um Stress abzufangen.

Wenn du weißt, woher es kommt, löst es den Trigger zwar nicht auf, aber du bekommst mehr Kontrolle darüber. Du kannst dein Leben so einrichten, dass diese Trigger seltener ausgelöst werden – ergänzt durch persönliche Notfallpläne, wenn es doch passiert.

Human Design zeigt dir dabei sehr genau, welche Art von Stress oder Emotion dich besonders leicht aus dem Gleichgewicht bringt – und was du brauchst, um wieder in deine Mitte zu kommen.

Manche essen zum Beispiel, wenn sie sich überfordert oder nicht gesehen fühlen, andere, wenn sie innere Leere oder Unsicherheit spüren. Wenn du erkennst, welches deiner eigenen Muster dahintersteckt, kannst du beginnen, die Situation anders zu lenken. Statt automatisch zu essen, lernst du, dich selbst zu regulieren.

So entsteht Schritt für Schritt mehr Ruhe, Bewusstsein und Selbstbestimmung – nicht, weil das Verlangen verschwindet, sondern weil du nicht mehr unbewusst darauf reagierst.

Die eigene, spezifische Verdauung verstehen

Hier verbinde ich Ayurveda mit Human Design, genaugenommen das Primary Health System (PHS), das daraus resultiert. Das PHS zeigt uns nämlich noch mehr: die evolutionäre Entwicklungsstufe unseres Verdauungssystems. Dieser Aspekt ergänzt Ayurveda auf eine für mich geniale Weise. Er hat mir erklärt, warum ich – wenn man mich lässt – intuitiv so esse, wie ich esse. Und warum mein natürliches Essverhalten nicht immer dem entspricht, was in der Gesellschaft als „normal“ gilt.

Genau dieser Unterschied führt oft dazu, dass man sich anpasst. Man versucht zu essen wie alle, weil man sonst vermittelt bekommt, etwas sei „falsch“, „unnormal“ oder „überempfindlich“. Doch wenn man gegen die eigene Natur isst, verliert man die Balance. Der Körper reagiert mit Unruhe, Gelüsten, Schwere oder dem Gefühl, nicht mehr auf sich hören zu können. Aus dieser dauerhaften Anpassung entstehen Muster, die später wie Essstörungen wirken, obwohl es in Wahrheit Reaktionen auf ein Umfeld sind, das den eigenen Typ nicht versteht.

Ayurveda und das Human Design System mitsamt PHS haben mir in dieser genialen Kombination gezeigt, dass ich nicht „falsch“ esse, sondern anders gebaut bin. Es macht sichtbar, wie deine Verdauung arbeitet, in welchem Rhythmus du essen solltest und welche Bedingungen dein Körper braucht, um Nahrung gut aufzunehmen. Plötzlich wird verständlich, warum die Vergangenheit war, wie sie war und warum der Körper manchmal laut gegen Anpassung protestiert.

Die eigene, spezifische Verdauung verstehen

Hier verbinde ich Ayurveda mit Human Design, genaugenommen das Primary Health System (PHS), das daraus resultiert. Das PHS zeigt uns nämlich noch mehr: die evolutionäre Entwicklungsstufe unseres Verdauungssystems. Dieser Aspekt ergänzt Ayurveda auf eine für mich geniale Weise. Er hat mir erklärt, warum ich – wenn man mich lässt – intuitiv so esse, wie ich esse. Und warum mein natürliches Essverhalten nicht immer dem entspricht, was in der Gesellschaft als „normal“ gilt.

Genau dieser Unterschied führt oft dazu, dass man sich anpasst. Man versucht zu essen wie alle, weil man sonst vermittelt bekommt, etwas sei „falsch“, „unnormal“ oder „überempfindlich“. Doch wenn man gegen die eigene Natur isst, verliert man die Balance. Der Körper reagiert mit Unruhe, Gelüsten, Schwere oder dem Gefühl, nicht mehr auf sich hören zu können. Aus dieser dauerhaften Anpassung entstehen Muster, die später wie Essstörungen wirken, obwohl es in Wahrheit Reaktionen auf ein Umfeld sind, das den eigenen Typ nicht versteht.

Ayurveda und das Human Design System mitsamt PHS haben mir in dieser genialen Kombination gezeigt, dass ich nicht „falsch“ esse, sondern anders gebaut bin. Es macht sichtbar, wie deine Verdauung arbeitet, in welchem Rhythmus du essen solltest und welche Bedingungen dein Körper braucht, um Nahrung gut aufzunehmen. Plötzlich wird verständlich, warum die Vergangenheit war, wie sie war und warum der Körper manchmal laut gegen Anpassung protestiert.

Selbstbeziehung und Heilung

Und dann als Abschluss – und vielleicht das Allerwichtigste –, ist der liebevolle Umgang mit dir selbst. Dazu gehört, die Selbstbeziehung zu stärken, den Mut zu haben, alles anzuschauen, was da auf- und hochkommt, und dich von Scham und Schuld zu befreien.

Scham ist per se kein schlechtes Gefühl, weil es uns zur Selbstreflexion animiert – doch nur dann, wenn du sie produktiv nutzt und sie dich nicht dazu bringt, dass du dich schlecht fühlst oder dich selbst ablehnst.

Es kann passieren, dass du dich machtlos fühlst. Als würdest du den Food Issues ausgeliefert sein. Genau hier beginnt der Wendepunkt. Nicht, indem du dich dafür verurteilst, sondern indem du dir eingestehst, dass du Einfluss hast. Sobald du Verantwortung übernimmst, bekommst du deine Kraft zurück. Dann bist du nicht mehr die Person, die Dinge erträgt, sondern die Person, die Entscheidungen trifft.

Dafür braucht es wahrscheinlich zunächst einen erweiterten Blick auf das, was dein Körper wirklich braucht – und auf das, was vielleicht tief unter dem Symptom „Food Issue“ liegt.

Unsere Ernährung ist neben Sexualität einer der Bereiche, in denen wir am stärksten konditioniert sind. Das bedeutet: Bring Zeit und Geduld mit – vor allem mit dir selbst. Denn das, was du daraus mitnehmen kannst, ist nicht nur ein natürliches, intuitives Essverhalten, das dir, deinem Geist und deinem Körper nachhaltig guttut, sondern auch eine neue, schönere und authentischere Beziehung zu deinem Körper. Neues Selbstvertrauen. Und eine neue Unabhängigkeit von externen Systemen.

Denn auch wenn Ayurveda und das Human Design System anfangs und für eine gewisse Zeit als Gerüst dienen: Wenn das Haus fertig ist, baust du das Gerüst wieder ab. Dann hast du deinen Körper verstanden, ihn von innen heraus reguliert und wieder Zugang zu ihm hergestellt. Du verstehst seine Sprache und weißt, wie du auf sie reagieren kannst.

Und genau das ist es, was intuitives Essverhalten wirklich bedeutet.